Robert-Gernhardt-Preis

Die Schriftstellerin Julia Wolf und der Schriftsteller Florian Wacker sind am Dienstag Abend im Frankfurter Künstlerhaus Mousonturm  mit dem Robert Gernhardt-Preis ausgezeichnet worden. Der mit je 12.000 Euro dotierte Preis wurde den beiden Autoren vom Hessischen Kunst- und Kulturminister Boris Rhein sowie Dr. Michael Reckhard, Mitglied der Geschäftsleitung der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank), feierlich überreicht.

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In seiner Rede an die rund 250 Gäste unterstreicht Dr. Reckhard die Bedeutung von Literatur für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft: „Literatur in all ihren Spielarten, all ihrem sprachlichen und thematischen Reichtum baut immer Brücken. Brücken zwischen Autor und Leser, zwischen Kulturen und Gesellschaften. Literatur bringt Menschen zusammen: Ein Buch, das von vielen gelesen wird, schafft eine Gemeinschaft von Lesern, verbindet diese. Daher brauchen wir die Literatur mehr denn je. Sie schafft es, mittels der Kraft des Wortes das, was uns verbindet, sichtbar zu machen.“

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Nach der Laudatio von Dr. Alf Mentzer vom Hessischen Rundfunk kamen auch die Preisträger selbst zu Wort. „Der Robert Gernhardt-Preis weist mir nochmal eine andere Rolle als Schriftsteller zu. Der Preis gibt mir Kraft und Zuversicht, dass mein Projekt, trotz aller Zweifel, die mich manchmal überkommen, Zukunft hat und Menschen interessiert. Der Preis gibt mir einfach eine Legitimation als Schriftsteller – das macht den Robert Gernhardt-Preis so besonders für mich“, berichtet Florian Wacker, der für sein Projekt „Dikson“ ausgezeichnet wurde, das die Geschichte von zwei Mitgliedern einer norwegischen Arktisexpedition erzählt, die im Jahr 1919 in Nordsibirien spurlos verschwanden.

„Ich schätze mich sehr glücklich, in einem Land zu leben, dessen Förderstruktur es mir ermöglicht, Bücher zu schreiben, deren Wert sich nicht darüber bemisst, wie gut sie sich verkaufen lassen. Ich bin dankbar, dass ich in einem Land lebe, in dem die Freiheit der Kunst noch so hoch gehalten wird“, sagt Julia Wolf, ausgezeichnet für ihr Romanprojekt „Alte Mädchen“, den dritten Teil einer Romantrilogie, die die Autorin als eine poetische Erforschung eines kleinbürgerlichen, westdeutschen Milieus versteht.

„Der Chor“, unter der Leitung von Michael Weber, rundete das Programm ab, und beglückte das Publikum unter anderem mit gesungenen Gedichten von Robert Gernhardt.

Robert Gernhardt zu Ehren, der viele Jahre in Frankfurt am Main zu Hause war, wird der von der WIBank gestiftete und zusammen mit dem hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst ausgeschriebene Förderpreis jährlich an zwei Autor/innen vergeben. Er soll sie mit einem Preisgeld von jeweils 12.000 Euro bei der Realisierung eines größeren literarischen Vorhabens unterstützen. Seit 2009 ist der Preis bereits an 21 Autorinnen und Autoren vergeben worden.

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